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02.10.2020, 17:46 Uhr
Junge Union Saar fordert mehr Tempo bei ÖPNV-Reformierung
"Der ÖPNV im Saarland braucht eine Radikalkur - und das zeitnah!"
Die Junge Union Saar fordert bereits seit Jahren eine grundlegende Reformierung des Öffentlichen Personennahverkehrs im Saarland. Das aktuelle Bild des ÖPNV im Saarland ist durch verkrustete, undurchsichtige Strukturen, häufig fehlende Fahrplanabstimmungen und eine nicht zeitgemäße Preis- und Fahrplanstruktur geprägt. Bereits im Jahr 2017 hat das Verkehrsministerium den Startschuss für die Erarbeitung eines neuen Verkehrsentwicklungsplans gegeben. Die Junge Union Saar fordert nun mehr Tempo.
















Hierzu erklärt der Landesvorsitzende der Jungen Union Saar, Johannes Schäfer: „Der ÖPNV im Saarland stellt sich aktuell für viele Menschen nicht als attraktive Möglichkeit der Fortbewegung dar. Dabei ist ein attraktiver ÖPNV für junge wie auch für ältere Menschen ein echter Standortfaktor, der zur Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse, aber vor allem auch zum Klimaschutz beitragen kann. Allerdings genügt es nicht, an kleineren Stellschrauben zu drehen. Der ÖPNV im Saarland braucht eine Radikalkur und das zeitnah!“

Die Junge Union Saar fordert im Wesentlichen die Bündelung von Aufgaben bei einem Aufgabenträger sowie die Schaffung eines einheitlichen Preis- und Ticketsystems.
„Wir haben im Saarland 10 verschiedene Aufgabenträger im ÖPNV. Es ist in keiner Form nachvollziehbar, weshalb nicht ein Aufgabenträger genügt, um den ÖPNV im Saarland zu organisieren. Die Aufgaben könnten somit bei diesem Aufgabenträger gebündelt, die Fahrpläne von zentraler Stelle aufeinander abgestimmt werden. Die Abstimmungen zwischen Land und Landkreisen könnten entfallen. Hierdurch könnte ein riesiger Koordinierungsaufwand wegfallen und Kosten eingespart werden.

Im Übrigen kann durch einen einheitlichen Verkehrsverbund auch ein einheitliches Preis- und Ticketsystem geschaffen werden. Das im Einzelfall intransparente und auch ungerechte Wabensystem ist nach unserem Vorschlag komplett abzuschaffen und durch ein entfernungsabhängiges System zu ersetzen. In diesem Rahmen könnten 3 Verkehrsringe entstehen, die sich nach dem Vorbild von Ballungsräumen um die Landeshauptstadt Saarbrücken legen. Daran anknüpfend soll es nur noch 3 Tarife geben: einen Kurzstreckentarif, einen Mittelstreckentarif und einen Saarlandtarif. Hierdurch soll vor allem auch die Kalkulation des Preises für den Fahrgast klar und übersichtlich sein“, erklärt Schäfer.

Die Junge Union Saar hat bereits auf ihrem Saarlandtag im Jahr 2019 ein über diese Punkte hinausgehendes Konzept für einen zukunftsfähigen ÖPNV im Saarland vorgelegt. Hierzu erklärt Schäfer abschließend:

„Es gibt sicherlich viele, kleine Stellschrauben, an denen man drehen muss. Beispielsweise ist es nicht mehr zeitgemäß, dass für die Mitnahme von Fahrrädern zu bestimmten Zeiten ein zusätzliches Entgelt erhoben wird. Die Grundlage für attraktivere Angebote und auch Preise ist und bleibt aus unserer Sicht jedoch eine grundlegende Strukturreform. Für uns ist klar: Es muss sich im ÖPNV im Saarland endlich etwas Grundsätzliches ändern. Mit den vorhandenen Strukturen ist ein attraktiver ÖPNV nicht möglich.“