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19.08.2015, 14:55 Uhr
Gesetzliche Frauenquote abschaffen
Nicht nur in der Politik, sondern auch in der freien Wirtschaft haben wir Frauen in wichtigen Führungspositionen. „Die persönliche Eignung, Leistung, Befähigung sollten darüber entscheiden, wer einen bestimmten Job bekommt und nicht das Geschlecht“, so der saarländische JU-Landesvorsitzende Alexander Zeyer.

Vor einem halben Jahr wurde die verbindliche Frauenquote beschlossen. Unserer Ansicht nach ist sie der falsche Ansatz und sollte abgeschafft werden bevor sie ab Januar 2016 greift. Eine feste Frauenquote stellt einen tiefen Einschnitt in die unternehmerische Freiheit dar und missachtet die Arbeitswirklichkeit. Denn hier wird vor allem das Geschlecht zum Kriterium für die Besetzung einer Stelle gemacht anstatt der stellenrelevanten Eigenschaften des Kandidaten. Wir lehnen daher die verbindliche Frauenquote von 30 Prozent für die über 100 börsennotierten und mitbestimmungspflichtigen Unternehmen entschlossen ab - ebenso wie feste Zielvorgaben für weitere Unternehmen. Eine Frauenquoten von 50 % für Führungspositionen in Unternehmen, wie dies beispielsweise die SED-Nachfolgepartei fordert, zeigt, wie sinnfrei und ideologisch die Diskussion mittlerweile geführt wird und wie weit sie sich von der Realität entfernt hat.

Dass bei der Besetzung eines Jobs bei gleicher Eignung, Befähigung und Leistung aller Bewerber derjenige Bewerber bevorzugt eingestellt wird, dessen Geschlecht in der jeweiligen Berufsgruppe, Abteilung etc. unterrepräsentiert ist, ist eine praktikable Lösung. Feste Quoten rein nach Geschlechtern sind jedoch der falsche Ansatz. Die positive Diskriminierung nach Geschlecht oder sonstigen Merkmalen führt nur zu anderen Konflikten und Ungleichheiten, hier politisch gewünschten Ungleichheiten. „Gewisse Unterschiede wird es immer und überall auf der Welt in jedem Bereich geben. Wird jemand bewusst benachteiligt wegen seiner Herkunft, Abstammung oder seines Geschlechtes, so gilt es dies aktiv zu bekämpfen. Aber man kann nicht alles mit Quoten regeln, man kann nicht alles gleich machen.

Feste Frauenquoten für besserbezahlte Berufsgruppen sind der falsche Ansatz. Der Faktor Kindererziehung spielt hier eine große Rolle. Wir freuen uns über jede Frau in Deutschland, die sich entschließt, Kinder zu bekommen und sich um diese zu kümmern. Diese Leistung muss stärker gewürdigt werden. Wer Kinder erzieht und deshalb nur halbtags arbeitet oder zeitlich flexiblere Jobs wie Kellnern ausübt und so weniger verdient, dem sollte jede Hilfe des Staates zukommen, die möglich ist. Wer wegen seiner Kinder oder zur Pflege eines Angehörigen eine berufliche Auszeit nimmt, verdient später vergleichsweise weniger, denn in dieser Zeit steigen in der Regel nur die Mitbewerber in der Karriereleiter auf, die weiter im Beruf sind. Die Anhebung des Kinderfreibetrages auf den Satz eines Erwachsenen ist hier, ebenso wie eine noch stärkere Berücksichtigung der Kindererziehungszeiten bei der Rente, eine von vielen wünschenswerten Maßnahmen, um diesen finanziellen Unterschied auszugleichen. An dieser Stelle wird deutlich: „Deutschland braucht keine festen Quoten, die jeden Lebensbereich regeln, sondern eine nachhaltige Familien- und Gesellschaftspolitik“, schließt Zeyer.