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15.07.2015, 14:27 Uhr
Junge Union Saar fordert Grexit
Nur so kann das Friedensprojekt Europa eine Zukunft haben!
Wer sich einmal mit dem Zwei-Ebenen-Ansatz von Robert Putnam zu Verhandlungen auf internationalen Ebenen auseinandergesetzt hat, der mag vielleicht etwas mehr Verständnis dafür finden, dass Tsipras aktuell wieder lautstark gegen die „verhasste EU“ und das „böse Deutschland“ wettert und zeitgleich für das Reformpaket wirbt. Jedoch hat seine Agitation auch in früheren Tagen gezeigt, dass er kein wahrer Europäer ist und lieber mit Ressentiments spielt als seinem Volk die Wahrheit zu sagen, denn „Nicht die EU ist für die hohen griechischen Schulden und die damit einhergehenden Probleme des Landes verantwortlich, sondern die politische Führung Griechenlands, die seit Jahrzehnten nicht nur wichtige Reformen vertagt, sondern auch unbezahlbare Wählergeschenke verteilt.
Man sollte nicht versuchen, einem anderen Volk eine neue Mentalität aufzwingen und sich den Tagträumen hingeben, dass nun dort von heute auf morgen eine funktionierende vorbildlich agierende Verwaltung aufgebaut wird und die Steuereinnahmen sprudeln. Aber es muss den Griechen auch klar sein, dass es dann für sie nur eine Option gibt, nämlich den Austritt aus dem Euro“, so der JU-Europa-Experte Philip Hoffmann.

Nach dem Grexit liegt die Verantwortung für die Zukunft Griechenlands wieder in den Händen des griechischen Volkes. Dieses kann dann demokratisch selbst bestimmen, welchen Weg es aus der Krise wählt. Die EU sollte dies helfend begleiten. Der bisher eingeschlagene Weg ist der falsche. Geht es so weiter, entwickelt sich die EU zu einer großen Transferunion oder bricht gar auseinander, was nicht nur wir entschlossen ablehnen. Das Problem am nun mittlerweile dritten und wie immer „letzten“ Hilfspaket ist nach Meinung des JU-Europa-Experten Philip Hoffmann, dass auch dieses erneut nicht ausreichen wird, um das Land wieder auf die Beine zu bringen. In Griechenland fehlt es an einer funktionierenden Verwaltung und an produzierendem Gewerbe. Der Großteil der fast 100 Milliarden Euro, der jetzt zusätzlich nach Griechenland fließt, wird nicht bei der großen Masse der Griechen ankommen, sondern vorher aufgebraucht sein und die Situation im Land wohl die gleiche wie vorher sein, sodass man am Ende nicht mehr um einen Schuldenschnitt herumkommen wird, wenn man dem ganzen Theater endlich ein Ende setzen will.
„Mir tun die Menschen in Griechenland leid, die unter den Folgen der Misswirtschaft und falscher Entscheidungen ihrer politischen Vertreter leiden. Aber es kann nicht sein, dass ein Land mit seiner egoistischen Politik dafür sorgt, dass das wichtige Projekt eines in Frieden und Wohlstand geeinten Europas leichtfertig aufs Spiel gesetzt wird“, so der saarländische JU-Landesvorsitzende Alexander Zeyer.

„Ich war vor einer Woche auf der griechischen Insel Kreta und habe mich dort mit den Menschen auf der Straße unterhalten“, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende Hoffmann und führt weiter aus: "Niemand hatte etwas gegen die deutschen Touristen, aber jeder Gesprächsteilnehmer machte die Bundesregierung und die EU für die Lage und die harten Sparmaßnahmen verantwortlich. Notwendig sind diese auch ohne Hilfspaket oder Euro, aber mein Eindruck ist, dass das griechische Volk von Ihrer Regierung getäuscht wird. Alle positiven Teile der Politik kassiert die Regierung ein und sobald etwas zwar notwendiges, aber nicht beliebtes, eingeführt werden muss, wird es auf Deutschland und die EU geschoben. Wenn wir Griechenland helfen möchten, müssen wir einen Grexit zulassen und der griechischen Bevölkerung die Möglichkeit geben, Ihren Weg selbst zu gestalten, denn Frustration und Hass hätten negative Effekte für die Europäische Integration."
„Die Junge Union als starke proeuropäische Kraft versperrt sich keinesfalls einem späteren Wiedereintritt Griechenlands in die Euro-Zone“, so Zeyer und führt weiter aus: „aber davor muss das Land selbst seinen Weg aus der Krise in freien Stücken wählen und diesen gehen, damit auch das aktuelle "Zeit-Kaufen" auf Kosten der Steuerzahler der restlichen EU-Länder endlich ein Ende findet.“