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03.06.2015, 17:23 Uhr
Diskussion über ein nachhaltiges Gesellschaftsmodell für Deutschland notwendig
Die Frage, wer wen ehelichen darf, ist für die betroffenen Paare persönlich zwar sehr relevant, aber sie ist nicht die Kernfrage der Zukunft unseres Landes. Sondern die Frage, wie wir es schaffen, dass sich wieder mehr Menschen in Deutschland dazu entschließen, Kinder zu bekommen und damit die Zukunft unserer Sozialsysteme und unseres Landes zu sichern. Bei der aktuellen Entwicklung drohen massive Belastungen für die kommenden Generationen bis hin zur Aufkündigung des Gesellschaftsvertrages.

„Es gibt kaum etwas unterstützenswerteres als zwei Menschen, die bereit sind, auch in schlechten Zeiten füreinander einzustehen“, so der saarländische JU-Landesvorsitzende Alexander Zeyer und fährt fort: „Daher sollte man auch gleichgeschlechtlichen Paaren ermöglichen, diesem Bekenntnis vollen Ausdruck zu verleihen und eine Ehe schließen zu dürfen“. Den Begriff „Ehe für alle“, finden wir allerdings als ungünstig gewählt, denn hierunter lassen sich je nach Auslegung auch Konstellationen fassen, die von den Befürwortern der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare bestimmt nicht angedacht waren. 

Bevor man die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnet sollte man allgemein über verschiedene steuer- und gesellschaftsrechtliche Fragen diskutieren. Ziel des Gesetzgebers war es neben der Würdigung des gegenseitigen Unterstützens nämlich auch, mit Steuervorteilen wie dem Ehegattensplitting, die Gründung von Familien mit Kindern zu erleichtern. Da viele jedoch heute nur noch diesen Steuervorteil nutzen sich jedoch gegen Kinder entscheiden fordern wir eine Umwandlung des Ehegattensplittings in ein Familiensplitting, das allen zusteht, die sich dafür entschließen, Kinder großzuziehen, egal ob homo- oder heterosexuell.

Seit 30 Jahren reden Vertreter aller Parteien darüber, etwas gegen den Geburtenrückgang in Deutschland unternehmen zu wollen. In den Weg geleitet wurden zwar viele Programme, für die jährlich Milliarden ausgegeben werden, aber diese sind sehr unkoordiniert und wenig effizient, wie man am Ergebnis sieht. „Deutschland ist weltweit Schlusslicht bei der Geburtenrate. Wir vermissen hier seit Jahren ein Gesamtkonzept“, so Zeyer. Das Kindergeld beispielsweise ist an sich eine schöne Sache, aber es schafft, ähnlich wie das Betreuungsgeld, kaum zusätzliche Anreize für Menschen aus dem Mittelstand Kinder zu bekommen. Lasst uns völlig werturteilsfrei verschiedene Ideen prüfen, wie z.B. den Kinderfreibetrag auf 15.000 € zu erhöhen bei gleichzeitiger Streichung der beiden anderen genannten Maßnahmen. Es sind viele Probleme, die in diesem Zusammenhang geklärt werden müssen. „Ich kann junge Deutsche verstehen, die ihren Kinderwunsch nach hinten schieben, bis es am Ende nicht mehr möglich ist“ so Zeyer und fährt fort, „wie will man eine Familie gründen, wenn man wegen seines befristeten Arbeitsverhältnisses nicht einmal mehr planen kann, ob und wo man morgen arbeiten wird?“. Weiterhin gibt es in Deutschland viele Probleme mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auf der einen Seite müssen die Unternehmen hier den Mitarbeitern entgegen kommen, auf der anderen Seite aber auch der Bund den unteren Staatsebenen, indem er sie viel stärker beim Ausbau der Kita-Plätze und der freiwilligen Ganztagsschulen unterstützt. „Es muss in Deutschland weiterhin möglich sein, sich für Kinder zu entscheiden und dass ein Partner arbeitet und der andere sich um Haushalt und Kinder kümmert, ohne dass die Familie sich Gedanken um ihre Zukunft machen muss“, schließt Zeyer.