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22.04.2013, 14:42 Uhr
JU Saar fordert verpflichtende Präventionskurse für Jugendliche und Eltern nach Alkoholexzessen
JU Saar verabschiedet Positionspapier zum Thema Alkoholmissbrauch von Jugendlichen. Dabei lehnt die Jungen Union Saar Verbote ab und setzt auf eine Kultur des Hinschauens.
In Deutschland hat sich die Zahl der Jugendlichen, die wegen Alkoholmissbrauches im Krankenhaus behandelt werden mussten seit 1990 auf 25.000 jährlich mehr als verdoppelt. Außerdem greifen auch immer häufiger Kinder zur Flasche. Dabei sinkt die von Jugendlichen pro Kopf konsumierte Menge an Alkohol seit einigen Jahren stetig. Eine kleine Gruppe konsumiert aber häufiger mehr und exzessiver.

Bei der Bekämpfung des „Komasaufens“ sind nach Auffassung der JU Saar alle Akteure gefordert, seien es die Industrie, Handel, Gastronomen, die Gesellschaft oder die Politik. „Daher begrüßen wir die Initiative von Sozialminister Andreas Strom, der einen „runden Tisch“ zu dem Thema einberufen hat“, so JU-Landeschef Markus Uhl.

Der Ausweitung von Strafen und neuen Verkaufsverboten steht die Junge Union Saar allerdings kritisch gegenüber. „Wir erachten Verkaufsverbote und höhere Strafen als ‚stumpfes Schwert‘, da sie nur zu Ausweichverhalten führen. Stattdessen brauchen wir mehr Prävention und Aufklärung. Eine erfolgreiche Kampagne ist z.B. SAARBOB, die für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol im Straßenverkehr eintritt. Solche Kampagnen gilt es auszuweiten“, so der stellvertretende JU-Landesvorsitzende Nicolas Lorenz.

Zudem sei die Überwachung und die konsequente Anwendung der bestehenden Gesetze durch Ordnungsämter und Polizei zu verstärken. Insbesondere die Ordnungsämter der Kommunen wie auch die Polizeivollzugsbehörden müssten das Verkaufsverbot an Jugendliche unter 16 Jahren kompromisslos überwachen. Dabei sollten auch jugendliche „Test-Käufer“ zum Einsatz kommen.

„Wir machen uns zudem dafür stark, dass zukünftig Jugendliche, die wegen Alkoholmissbrauch ins Krankenhaus eingeliefert wurden, verpflichtend Präventionskurse besuchen müssen. Im Wiederholungsfall müssen auch ihre Eltern entsprechende Kurse besuchen. Durch die Aufarbeitung der Vorkommnisse werden die Jugendlichen sensibilisiert. Dies ist ein zielführender Weg, das eigene Trinkverhalten zu überdenken und auch die Eltern in die Pflicht zu nehmen“, so der JU-Landesvorsitzende Markus Uhl.

„Letztlich brauchen wir eine ‚Kultur des Hinschauens‘ in unserer Gesellschaft, die handelt, wenn Minderjährige in der Öffentlichkeit Alkohol trinken. Das gesellschaftliche Bewusstsein für Alkoholmissbrauch ist zu stärken, die Gefahren sind herausarbeiten, an die Verantwortung für sich selbst und seine Mitmenschen ist zu appellieren“, so Uhl abschließend.

Information:

Die JUNGE UNION SAAR fordert,
  • die Überwachung und konsequente Anwendung der bestehenden Gesetze durch Ordnungsämter und Polizei zu verstärken. Insbesondere die Ordnungsämter der Kommunen wie auch die Polizeivollzugsbehörden müssen das Verkaufsverbot an Jugendliche unter 16 Jahren kompromisslos überwachen.
  • die verpflichtende Teilnahme an Präventions-Kursen (z.B. HaLt) nach einem Krankenhausaufenthalt aufgrund Alkoholmissbrauchs (sowohl getrennt für die betroffenen Jugendlichen als auch im Wiederholungsfall für deren Eltern).
  • die Ausweitung der Aufklärungs- und Präventionskampagnen in den Schulen.
  • den regelmäßigen Einsatz von „jugendlichen Test-Käufern“, um die Einhaltung des Jugendschutzes in Handel und Gastronomie stärker zu überwachen.
  • weitergehende freiwillige Selbstverpflichtungen von Gastronomie und Einzelhändlern.
  • den Einsatz von „Bändchensystemen“ zur Kennzeichnung minderjähriger Besucher bei Großveranstaltungen (mit Zutrittskontrolle) auszuweiten.
  • das Problem des Alkoholmissbrauchs bei Jugendlichen stärker als bisher in die öffentliche Diskussion zu bringen. Einer Verniedlichung der ernst zu nehmenden Problematik oder einer Verharmlosung der Folgen muss entschieden entgegen gewirkt werden. Das gesellschaftliche Bewusstsein für Alkoholmissbrauch (nicht nur bei Jugendlichen) ist zu stärken, die Gefahren sind herauszuarbeiten, an die Verantwortung für sich selbst und seine Mitmenschen ist zu appellieren. Es muss gelten: „Der, der nichts trinkt, ist nicht der Außenseiter!“
  • eine „Kultur des Hinschauens“ zu etablieren, wenn es in der Öffentlichkeit erkennbar zu Alkoholmissbrauch durch Minderjährige kommt.
  • vorbildliche und effektive Kampagnen wie „SAARBOB“ für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol im Straßenverkehr fortzuführen und zu intensivieren.