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Neuigkeiten
15.12.2016, 19:00 Uhr
Leistungserlass des Bildungsministers ist bildungspolitische Katastrophe

Die Junge Union Saar (JU) setzt sich seit längerer Zeit kritisch mit dem Leistungserlass von Bildungsminister Commerҫon auseinander. Zur abschließenden Diskussion hatte die JU am 14. Dezember im Rahmen eines Landesrates in die Aula des Wendalinum Gymnasiums in St. Wendel geladen. An der dortigen Podiumsdiskussion nahmen Lennart Uecker (Landesschülervertretung), Jutta Schmitt-Lang (Lehrerin und Kandidatin für den saarl. Landtag) und Markus Hahn (Saarländischer Philologenverband) teil, die dem Publikum Rede und Antwort zu dessen Fragen standen. Der saarländische JU-Landesvorsitzende Alex Zeyer bezeichnete den Leistungserlass von Commerҫon in diesem Zusammenhang als „bildungspolitische Katastrophe, die einer dringenden Überarbeitung bedarf“ und bedauerte es, dass sich „trotz mehrerer Anfragen kein Vertreter des Bildungsministeriums an der Diskussion beteiligen wollte“.

Während der zweistündigenVeranstaltung diskutierten die anwesenden JUler und Gäste über das Positionspapier zur Bildungspolitik der Jungen Union Saar. Die JU Saar kritisiert darin den gemeinsamen Erlass für alle Schulformen und fordert stattdessen für jede Schulform (Gymnasium, Gesamt-, Grund-, Förder- und Berufsschule) einen eigenen, an die spezifischen Anforderungen dieser Schulform angepassten Erlass. Zudem fordert man ein klares Bekenntnis von Bildungsminister Commerҫon zum Leistungsgedanken und der Förderung von Leistung statt der Vorbereitung einer Einheitsschule ohne Noten.

Darüber hinaus legt die JU Saar Wert darauf, dass die Gewährleistung der Vergleichbarkeit der saarländischen Schüler untereinander aber auch mit denen aus anderen Bundesländern durch Noten und die Veröffentlichung des Notenspiegels von Klassenarbeiten weiterhin gewährleistet werden kann. Im Papier heißt es dazu: „Die Bewertungen der Leistung eines Schülers, in Form von Noten, muss in unserem Schulsystem, egal in welcher Klassenstufe, weiterhin gewährleistet werden. Nur so bleiben Leistungen vergleichbar, was eine genauere Evaluation der Entwicklungsstände der Schüler ermöglicht. Zudem haben die Eltern eine genaue Übersicht über die Stärken und Schwächen ihrer Kinder.

Auch kritisiert man die Abschaffung der Notengebung in Klassenstufe 2, da diese im völligen Widerspruch zum Leistungsprinzip steht. „Es ist bisher gute Praxis, nach dem ersten Schuljahr, in dem es noch keine Noten gibt, die Leistung des Schülers in einer kardinalen Skala zu bewerten. Das führt zur frühen Gewöhnung an das Vorgehen, das später in Schule, Universität, Ausbildung und Beruf verwandt wird“, so Zeyer.

Um eine größt- und bestmögliche Konzentration der Arbeitskraft der Lehrkräfte auf die Vor-und Nachbereitung des Unterrichts und die Wissensvermittlung sicherstellen zu können, müssen nach Ansicht der JU Saar bestehende Dokumentationspflichten auf das notwendige Minimum herabgesenkt werden. Hintergrund ist, dass Commerҫons Erlass vorsieht, dass schriftliche Leistungsnachweise mit Korrekturhinweisen und einem "kurzen zusammenfassenden Kommentar“ versehen werden müssen, die „bereits erworbene (Teil-)Kompetenzen würdigen und gezielte Hinweise zur Verbesserung der Leistung“ geben sollen. Auch sollen nach Commerҫons Erlass Mitarbeitsnoten mit einer schriftlichen Begründung vergeben werden. Bei weit über 100 Schülern pro Lehrkraft ist abzusehen, dass eine derartig immense Mehrbelastung zu Qualitätsverlusten bezüglich Unterricht und Leistungsmessung führen muss. Der erhebliche bürokratische Aufwand, mit dem sich Lehrer konfrontiert sehen, steht in keinem Verhältnis zu dem erwartbaren Mehrwert. Die JU Saar fordert daher in ihrem Papier, auf die schriftliche Begründungs- und Erläuterungspflicht zu verzichten. Zudem haben bereits jetzt Schüler und Eltern das Recht, sich Noten begründen zu lassen.

Das vollständige Positionspapier der JU Saar zum Bildungserlass von Minister Commerҫon kann unter www.jusaar.deabgerufen werden.